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Wenn der Körper spricht – und die Seele antwortet

Interview mit Dr. med. Suzanne von Blumenthal, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie

Psychosomatische Zusammenhänge sind in der Praxis täglich spürbar: Patienten, die mit diffusen körperlichen Beschwerden kommen, die sich trotz unauffälliger Befunde nicht bessern – oder Menschen, die emotional feststecken und nicht wissen, warum. Dr. med. Suzanne von Blumenthal, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und langjährige Chefärztin einer psychiatrischen Klinik in der Schweiz, hat in ihrer klinischen Arbeit immer wieder erlebt, dass klassische Verfahren allein nicht ausreichen. Mit der Psychosomatischen Energetik (PSE) hat sie eine Methode gefunden, die im psychosomatischen Behandlungsalltag wertvolle Dienste leistet – auch und gerade in der naturheilkundlichen Praxis.

Das Interview ist erstmal in "Der Heilpraktiker" Heft 06/2026 erschienen.

Frau Dr. von Blumenthal, Sie arbeiten seit Jahren mit der PSE. Wie würden Sie einem Heilpraktiker erklären, womit er es in seiner Praxis konkret zu tun bekommt?

Mit einem Werkzeug, das ihn dorthin führt, wo viele Beschwerden wirklich wurzeln – auf der Ebene unbewusster seelischer Konflikte, die im Energiesystem gespeichert sind und dem Körper Lebensenergie entziehen. In der Praxis bedeutet das: Ein Patient kommt mit chronischer Erschöpfung, Rückenschmerzen oder Schlafstörungen – bislang ohne Befund. Mit der PSE kann ich mithilfe eines kinesiologischen Testgeräts und spezieller Testampullen das Energiefeld auf vier Ebenen testen: der Vital-, Emotional-, Mental und Kausalebene. Zeigen sich dort Abweichungen, liegt meist ein unbewusster Konflikt zugrunde, der mit homöopathischen Komplexmitteln behandelt wird.

"Patienten mit Depressionen, Angststörungen, Burnout und chronischem Stress profitieren besonders von der Methode. Aber auch bei Patienten mit chronischen Schmerzen, postviraler Erschöpfung, Schlafstörungen oder psychosomatischen Beschwerden ohne klaren organischen Befund hat sich die Methode bewährt."

Psychosomatik bedeutet immer auch: Der Körper drückt aus, was die Seele nicht verarbeitet hat. Wie erklärt die PSE diesen Zusammenhang?

Die PSE geht davon aus, dass unverarbeitete seelische Traumata und Konflikte nicht einfach verschwinden – sie setzen sich im Energiesystem fest und blockieren dort den freien Fluss der Lebensenergie. Diese Blockaden rauben dem Körper Kraft, hemmen die Selbstheilungskräfte und können im Laufe der Zeit die Entstehung von Krankheiten begünstigen. Das deckt sich mit dem, was viele Heilpraktiker aus ihrer täglichen Arbeit kennen: Patienten, die immer wieder mit denselben Beschwerden kommen, obwohl rein körperlich alles behandelt wurde. Dahinter steckt häufig ein ungelöster Konflikt – sei es ein altes Trauma, ein tief verankerter Glaubenssatz oder eine belastende Lebensphase, die nie richtig verarbeitet wurde.

Welche Patientengruppen profitieren in Ihrer Praxis besonders von der PSE?

Das Spektrum ist breiter, als viele erwarten würden. Patienten mit Depressionen, Angststörungen, Burnout und chronischem Stress profitieren besonders von der Methode – also genau jene Beschwerden, die in der Praxis besonders häufig sind. Aber auch bei Patienten mit chronischen Schmerzen, postviraler Erschöpfung, Schlafstörungen oder psychosomatischen Beschwerden ohne klaren organischen Befund hat sich die Methode bewährt. Ein besonderer Vorteil: Die PSE eignet sich auch für Patienten, die einer Gesprächstherapie gegenüber skeptisch sind oder keinen Zugang zu ihren Gefühlen finden. Mit der PSE haben sie diese Hemmnisse nicht. Häufig entwickelt sich unter der Behandlung erst die Bereitschaft, sich auf tiefergehende therapeutische Prozesse einzulassen. Aber auch wo eine psychotherapeutische Intervention bereits läuft, leistet die PSE gute Dienste: Sie unterstützt und ergänzt die therapeutische Arbeit.

"Erste Veränderungen zeigen sich oft früher, als Patienten es erwarten. Manche berichten schon nach ein bis zwei Wochen von mehr Energie, besserem Schlaf oder einer ruhigeren Grundstimmung."

Wie viele Sitzungen braucht es in der Regel, bis Patienten eine spürbare Veränderung bemerken?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten, denn jeder Mensch und jeder Konflikt ist anders. Was ich aber sagen kann: Erste Veränderungen zeigen sich oft früher, als Patienten es erwarten. Manche berichten schon nach ein bis zwei Wochen von mehr Energie, besserem Schlaf oder einer ruhigeren Grundstimmung. Andere brauchen etwas länger, bis sich etwas verschiebt – das hängt davon ab, wie tief ein Konflikt verwurzelt ist und wie lange er das Energiefeld bereits belastet. In der Regel arbeite ich in Abständen von vier bis sechs Wochen mit den Patienten, denn die PSE-Tropfen brauchen Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten. Die Behandlung eines Konflikts dauert typischerweise mehrere Wochen. Danach wird erneut getestet – und häufig zeigt sich, dass sich darunter eine weitere Schicht verbirgt, die nun bearbeitet werden kann. Man kann es sich wie das Schälen einer Zwiebel vorstellen: Schicht für Schicht kommt man dem eigentlichen Kern des Problems näher.

"Ich nutze die Testung übrigens auch zur Auswahl klinischer Medikamente, also z. B. eines Antidepressivums. Denn nicht jedes Präparat wirkt bei jedem Menschen gleich."

In der PSE wird zunächst gezielt diagnostiziert. Wie läuft eine solche Testung in der Praxis ab – und was können Sie dabei über einen Patienten herausfinden?

Die Testung ist der eigentliche Kern der Methode. Sie liefert Informationen, die auf anderem Weg kaum zugänglich wären. Mit dem Testgerät und den zugehörigen Testampullen lässt sich das Energiefeld des Patienten systematisch befragen: Auf welcher Ebene – vital, emotional, mental oder kausal – liegen die grössten Blockaden? Welcher unbewusste Konflikt steht dahinter? Welches Mittel ist für genau diesen Patienten im gegenwärtigen Moment das passende?

Der letzte Punkt ist mir besonders wichtig, denn die Behandlung ist immer individuell. Zwei Patienten mit scheinbar identischen Symptomen können ganz unterschiedliche Blockaden haben und brauchen entsprechend unterschiedliche Mittel. Die Testung macht diesen Unterschied sichtbar – und das ohne aufwändige Labordiagnostik und invasive Verfahren.

Ich nutze die Testung übrigens auch zur Auswahl klinischer Medikamente, also z. B. eines Antidepressivums. Denn nicht jedes Präparat wirkt bei jedem Menschen gleich. Mit der PSE kann ich verschiedene Mittel vorab testen und finde so in den meisten Fällen das passende – mit weniger Nebenwirkungen und einer besseren Wirkung.

Wie lässt sich die PSE in eine Praxis integrieren?

Sehr gut – denn die PSE ist von Grund auf als Ergänzung konzipiert, nicht als Konkurrenz.

Sie lässt sich flexibel in nahezu jeden Therapieansatz einbinden. Ein Beispiel: In Kombination mit orthomolekularer Therapie können energetische Blockaden gelöst werden, die den Stoffwechsel beeinträchtigen – so dass der Körper Nährstoffe besser aufnehmen und verwerten kann. Mit klassischen psychotherapeutischen Verfahren lässt sie sich ebenso verbinden. Ich sehe die PSE nicht als Entweder-oder, sondern als Erweiterung des therapeutischen Spektrums. Jeder Ansatz hat seine Zeit und seine Wirkung – und gute Therapie bedeutet, das jeweils passende Werkzeug zur richtigen Zeit einzusetzen.

Was würden Sie Therapeuten raten, die die PSE kennenlernen möchten?

Die Wirkung der PSE erschliesst sich am schnellsten durch eigene Erfahrung: sowohl in der Selbstanwendung als auch im Erleben der ersten Behandlungserfolge bei Patienten. Viele meiner Kollegen, die zunächst skeptisch waren, sind heute überzeugte Anwender – weil sie die Veränderungen bei ihren Patienten mit eigenen Augen gesehen haben. Letztlich geht es bei der PSE – wie bei jeder guten Heilkunde – darum, die Selbstheilungskräfte des Menschen zu unterstützen und ihm zu helfen, im Alltag wieder besser zurechtzukommen.

Frau Dr. von Blumenthal, herzlichen Dank für das Gespräch. Das Interview führte Andreas Beutel.

Dr. med. Suzanne von Blumenthal

Ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Bis 2017 war sie Chefärztin einer psychiatrischen Klinik in Graubünden (Schweiz), wo sie komplementärmedizinische Verfahren in die Psychiatrie einführte. Sie führt eine eigene Praxis, leitet ein Ausbildungsinstitut für Fachpersonen in PSE und Logosynthese und ist Vorstandsmitglied der Internationalen Gesellschaft für Psychosomatische Energetik.

praxis@logosynthese.ch | https://logosynthese.ch/